FreiSchneiderei

Textilworkshop

„Upcycling“, also Neues aus alten Dingen schaffen, liegt voll im Trend. Gerade im Textilbereich ist mit Second-Hand-Klamotten, Stoffen und verschiedensten Restbeständen und Materialien so vieles möglich. Neuerdings denken auch viele bekannte Designer und Trendforscher über das Thema nach, zum Beispiel Stella MacCartney, die Stoffe aus den Plastikteilen im Meer machen lässt. Vivienne Westwood ruft zum Konsumverzicht auf, Li Edelkoort erwartet ein Ende der Mode, wie wir sie kennen.

Selber machen, der eigenen Schöpferlust beim Nähen, Handstricken und Häkeln freien Lauf lassen, altes Material und Fundstücke aller Art verwandeln – das war das Motto des Textilworkshops „FreiSchneiderei“, der im September 2017 im Rahmen des Kunstprojekts „FreiSpinnerei“ link in Räumen des ERBA-Industriegeländes in Wangen im Allgäu durchgeführt wurde. Die ERBA, eine große Spinnerei, Weberei und Textilverarbeitungsfabrik, prägte Wangen über 130 Jahre lang. Seit der Insolvenz Mitte der 1990er Jahre stehen die weitläufigen Anlagen leer, und werden in den kommenden Jahren komplett restrukturiert.

Geleitet wurde der die "FreiSchneiderei" von Brigitte Katharina Maier, die bereits eine leitende Funktion im Kreativbereich von Hugo Boss hatte. In den letzten Jahren war sie Head of Design bei Escada in München. Schon seit längerem entwickelt sie Ideen für textile Kreativworkshops. Dabei spielen weitreichende Überlegungen durchaus eine Rolle: Welchen Wert hat heutzutage Bekleidung, Mode und – ganz allgemein – die Ware? Was hat sich hier verändert seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert? Welche Rolle spielt jede/r von uns in den globalen Zusammenhängen? Welchen Einfluss haben wir als bewusste Konsument*innen?

Doch keine Angst – dieser Workshop wurde kein theoretisches Seminar! Inmitten der Ausstellung „FreiSpinnerei“ in den alten ERBA-Räumen arbeitete Brigitte Katharina Maier mit hochmotivierten Hobbyschneider*innen in einem bunten Kreativcamp mit Nähmaschinen, diversem Werkzeug und einer spannenden Schatzkiste voller inspirierendem Material – unter anderem einzigartige Fotodrucke. Aufpatchen, zerschneiden, neu zusammensetzen, besticken, Materialkontraste schaffen, etwa mit Stoff und Strick, matt und glanz, alt und neu... Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, und mit sachkundiger Anleitung sind einmalige Kreationen entstanden.

Die Textilindustrie hat die kleine Stadt Wangen im Allgäu über 130 Jahre lang geprägt. Nach dem endgültigen Aus Mitte der 1990er Jahre steht das Gelände der ERBA-Spinnerei und -Weberei, abgesehen von einigen kleineren Zwischennutzungen, seit über zwanzig Jahren leer und ist mittlerweile in einem ruinösen Zustand. Eingebettet in die Planungen für die Landesgartenschau 2024, hat nun die Neugestaltung des Areals begonnen. Ein großer Teil der alten Fabrikanlagen wird abgerissen, einige Gebäude werden saniert und umgenutzt, Neubauten entstehen.

Im August 2017 wurden im Rahmen des Filmprojekts "ErBaLeben" Menschen porträtiert, deren Leben maßgeblich von der ERBA geprägt ist. Ein knappes Dutzend Wangener Jugendliche (allesamt lange nach der Schließung der Werke geboren) haben unter der Anleitung von zwei jungen Regisseuren einen dichten Kurzfilm voller interessanter Informationen und anrührender Geschichten produziert. Innerhalb von sechs Tagen ist es den Teilnehmer*innen gelungen, alles vorzubereiten, zu drehen und fertig zu schneiden.

Der Film wird im Rahmen des Kunst- und Kulturprojekts "FreiSpinnerei"link (10.-24.9.2017) in alten Räumen des ERBA-Geländes öffentlich präsentiert.

...einer der Filme, die im Rahmen des Jugendfilmworkshops ICH FILM DICH im März 2017 in Gaildorf entstanden sind.

Durchführung: Arvid Klapper (Dozent Kamera, Regie, Schnitt, Postproduktion)
Planung: Büro für Soziokultur, Thomas Huber, Schwäbisch Hall
Veranstalter: Stadtverwaltung Gaildorf, Öffentlichkeitsarbeit, Sunni Herzog
Jugendreferat Gaildorf, Pia Dahlinger

Dieses Jugendfilmprojekt wurde ermöglicht von:
Kinder-Medien-Land Baden Württemberg
Jugendstiftung Baden-Württemberg – „Im Netz. Vor Ort. Bei dir. Mach mit!“
LFK Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
Stadtverwaltung Gaildorf

© Stadt Gaildorf 2017

Neu hier?!

Filmworkshop für Menschen mit Fluchterfahrung

Neu hier?! – unter diesem Motto fand im Oktober 2016 in Schwäbisch Hall ein Filmworkshop für Menschen mit Fluchterfahrung statt. Begleitet von einer jungen Regisseurin und einem Kameramann, drehten die Teilnehmer*innen mit professionellem Equipment kurze Filme über ihr Leben in einer neuen Welt. Anders als in anderen Medienprojekten mit Geflüchteten steht hier nicht die persönliche (Flucht-)Geschichte im Fokus, sondern die Orientierung im neuen Lebensumfeld.

Vom etwas anderen Rundgang durch Schwäbisch Hall über die Vorstellung von neuen Freund*innen bis zum kritischen Statement zu den eklatanten Defiziten des Asylverfahrens reicht die Bandbreite der Beiträge. Die sieben Filme fügen sich zu einem faszinierenden, kritischen und humorvollen Logbuch des Suchens, Entdeckens und Ankommen.

Der Filmworkshop wurde gefördert vom Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dem Rotary Club Schwäbisch Hall und der Stadt Schwäbisch Hall.

Willkommen?
Gaildorfs Geschichte der Gastfreundschaft

In den Herbstferien 2016 setzte sich eine Gruppe von Jugendlichen (10 bis 14 Jahre) in der kleinen württembergischen Stadt Gaildorf mit dem Thema der Gastfreundschaft auseinander. Dabei spielten sowohl die Migrationsbewegungen vergangener Jahrzehnte als auch der gegenwärtige Zuzug von geflüchteten Menschen eine Rolle.

Die Teilnehmer*innen entschieden sich, das Thema sowohl dokumentarisch als auch fiktional zu bearbeiten. So entstanden mit professioneller Ausstattung ein etwa 20-minütiger Dokumentarfilm sowie ein kurzer Spielfilm.

Der Filmworkshop wurde gefördert vom Kinder-Medien-Land Baden-Württemberg, der Jugendstiftung Baden-Württemberg , der LFK Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg sowie der IG Metall Schwäbisch Hall.

NIKÉ Cargo Gallery

Seit Herbst 2016 machen wir Programm auf dem Kulturschiff NIKÉ Cargo Gallery, das auf Moldau und Elbe verkehrt. Wir koordinieren und konzipieren Projekte im deutsch-tschechischen Grenzraum und kümmern uns um Förderung auf EU-, Landes- und kommunaler Ebene.